Autor: PIEPS

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Zahlen und Fakten zu alpinen Unfällen in Österreich

By PIEPS

Wer an alpine Unfälle im freien Gelände denkt, dem fällt sofort die Lawinenverschüttung ein. Das ist natürlich auch richtig, aber man kann auch mit anderen Not- und Unfällen konfrontiert sein kann. Es folgt ein Überblick über alpine Unfälle und deren Häufigkeit in Österreich:


1. Der Lawinenunfall

In Österreich hat es in den vergangenen 40 Jahren knapp 1.000 Lawinentote gegeben. Im langjährigen Schnitt waren das 24 Tote pro Jahr, wobei hier nicht nur Unfälle auf Pisten, sondern auch im Siedlungsraum und auf Verkehrswegen dazugezählt werden. Obwohl die Zahl der Tourengeher und Freerider in den vergangenen Jahrzehnten und Jahren exorbitant zugenommen hat – genaue Daten gibt es nicht, aber man darf von ca. 500 .000 bis 700.000 Menschen ausgehen, die in Österreich im freien Gelände unterwegs sind –, ist die Zahl der Lawinentoten deutlich im Sinken: Schaut man sich die vergangenen 20 Jahre an, so waren im Jahresmittel 20 Lawinentote zu beklagen und in den vergangenen zehn Jahren ist diese Zahl auf 16 gesunken (www.avalanches.org).

 

So tragisch jeder Lawinentote für das individuelle Umfeld des Verunglückten ist, ist diese Zahl vergleichsweise niedrig. Gründe für das Sinken der Lawinentotenzahlen sind optimistisch betrachtet die verbesserte Ausrüstung, bessere Prognosen, häufigere Alarmierung der Rettungskräfte durch das mitgeführte Mobiltelefon und bessere Ausbildung. Einige dieser Argumente gelten allerdings auch für andere Alpinunfälle. Nach wie vor zeigt die Statistik der Lawinentoten klar: Tödliche Lawinenunfälle geschehen vermehrt in Wintern mit ungünstigem Schneedeckenaufbau.

 

Wenig überraschend steigt die Wahrscheinlichkeit, in einer Lawine ums Leben zu kommen, mit zunehmender Verschüttungstiefe und -dauer, da die Haupttodesursache „Ersticken“ ist. Allerdings hat sich herausgestellt, dass mehr Mitgerissene tödlich verletzt werden, als bisher angenommen wurde.

 

Dennoch sind und bleiben die Ersthelfer vor Ort die beste Überlebenschance für Komplettverschüttete. Dabei handelt es sich um die anderen Gruppenmitglieder, die entsprechend ausgebildet und trainiert sein sollten, um eine Verschüttetensuche inkl. notwendiger Erste-Hilfe-Maßnahmen zu organisieren und durchzuführen.

 

Ein Lawinenairbag ist eine gute Idee, um eine solche Totalverschüttung zu verhindern. Tatsächlich senkt laut einer Studie ein Lawinenairbag das Todesrisiko um die Hälfte, sprich von 100 Ganzverschütteten sterben ca. 22 ohne und nur elf mit aufgeblasenem Airbag (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24909367/).


2. Folgen von Unfällen

Betrachtet man die Todesursachen beim Skitourengehen in Österreich, dann ist die Lawine Ursache Nummer eins und ca. für die Hälfte aller tödlichen Ereignisse verantwortlich, gefolgt von Herz-Kreislaufstörungen, Sturz und Absturz.

 

Anders sieht es bei den verletzten Skitourengehern aus: Hier ist die Lawine für keine 10 Prozent der Verletzten verantwortlich und liegt auf Platz drei, während die Hauptursache die Folge von Stürzen ist. Für mehr als die Hälfte aller Verletzungen sind einerseits Skistürze, aber auch Stolperer und Ausrutscher ohne Ski verantwortlich.

 

Ohne genaue Zahlen zu kennen, darf dabei vermutet werden, dass nicht bzw. falsch eingestellte Tourenbindungen bzw. deren Fehlanwendung (Verriegeln von Tec-Bindungen bei der Abfahrt) für zahlreiche typische Verletzungen wie Bänderrisse etc. verantwortlich sind. Es ist empfehlenswert, sich im Bergsportfachgeschäft von geschultem Personal beraten und die Bindung auch dort montieren und einstellen zu lassen.

 

Wie bei Pistenunfällen gibt es auch beim Skitourengehen Verletzungen durch Kollisionen, einerseits mit feststehenden Hindernissen und andererseits mit weiteren Skitourengehern. Dadurch verletzen sich etwas mehr Personen als durch Lawinenabgänge.


3. Weitere Notfälle

Aber nicht immer ist es ein Unfall, der zu einer Notsituation führt. Auch ohne Verletzung kann man im freien Gelände „blockiert“ sein, also sprichwörtlich „Nicht mehr vor und zurück kommen“.

Notsituationen durch Lawinenabgänge waren für rund ein Drittel der Alarmierungsfälle von organisierten Rettungskräften in Österreich verantwortlich, auch wenn in diesen Fällen niemand durch den Lawinenabgang verletzt wurde.

Auf Rang zwei liegt im mehrjährigen Mittel Orientierungsverlust durch Verirren oder Versteigen, gefolgt von verschiedenen Notsituationen ohne nähere Zuordnung.

Was die absoluten Zahlen betrifft, so sind in Österreich in den vergangenen Jahren im Mittel pro Jahr 23 Skitourengeher gestorben, 340 haben sich verletzt und 250 gerieten unverletzt in eine Notsituation.

Wählt man als beliebiges Merkmal, um Menschen zu definieren, deren Geschlecht, dann sind Frauen bei den unverletzten und toten Skitourengehern im Mittel der letzten Jahre mit unter 20 Prozent unterrepräsentiert, während die Geschlechterverteilung bei den Verletzten nur einen leichten Vorsprung der männlichen Tourengeher zeigt.

PS: Die angeführten Zahlen stammen – falls nicht anders angegeben – vom ÖKAS (Österreichisches Kuratorium für alpine Sicherheit), das in der alpinen Unfalldatenbank die von der Alpinpolizei erhobenen Daten auswertet. Die Ergebnisse dieser weltweit einzigartigen Datenbank wird jährlich zweimal in der Zeitschrift analyse:berg publiziert.

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Wann soll ich mein LVS austauschen?

By PIEPS

1. Ganz allgemein gilt für jede Notfall-/Schutz-/Sicherheitsausrüstung am Berg

  • Das Gerät beim geringsten Zweifel nicht mehr weiterverwenden.
  • Vom Hersteller bzw. einer Fachkraft überprüfen lassen.
  • Wenn möglich, reparieren/updaten lassen.
  • Ein neues Gerät kaufen.
  • Das alte Gerät vernichten oder in die Vitrine stellen (und nicht weitergeben …).

Tipp: Die PIEPS App installieren und mittels Gerätecheck alle Funktionen des LVS-Gerätes (Senden > Suchen > Senden > Aus) prüfen. Zusätzlich sollte man sich mit allen Funktionen des LVS-Gerätes vertraut machen.

2. Ist mein LVS kaputt?

Wenn beim Selbst-Check eine Fehlermeldung angezeigt wird, nach einem Sturz oder Schlag ein Riss sichtbar ist, ein Schalter sich plötzlich sehr schwer bzw. extrem leicht bedienen lässt oder eine Batterie ausgelaufen ist, gilt es, das Gerät nicht mehr weiterzuverwenden, sondern sofort zum Fachhandel zu bringen oder direkt an den Hersteller zur Überprüfung einzuschicken. Dieser wird sich das Problem ansehen, die Hard- und/oder Software checken und – wenn möglich – reparieren.

Leider stellt sich im Rahmen von Lawinenunfällen immer wieder heraus, dass das verwendete LVS nicht mehr voll funktionsfähig war und eigentlich nicht mehr verwendet hätte werden sollen.

3. Ist mein LVS zu alt?

Nicht nur Gurte und Seile, auch LVS haben eine empfohlene Lebensdauer. In der Gebrauchsanleitung jedes LVS bzw. auf der Homepage der Hersteller erfährt man, nach wie vielen Jahren ein Gerät überprüft werden soll. Mit zunehmendem Alter sinken die Leistungsmerkmale eines LVS, was sich z. B. in der Reichweite niederschlägt.

PIEPS empfiehlt, seine Geräte nach drei und fünf Jahren und danach jedes Jahr zur Überprüfung einzusenden. Nach einem Geräteservice bekommt man es mit einem Serviceprotokoll retour und hat die Gewissheit, dass es problemlos weiterverwendet werden kann.

Tipp: Bergführer und clevere Tourengeher haben im Auto gerne ein zweites LVS dabei. Bemerkt am Ausgangspunkt beim LVS-Check jemand, dass es mit seinem Gerät ein Problem gibt (oder hat es jemand vergessen), wird das Gerät einfach ausgetauscht und die Tour ist gerettet.

4. Kann ein neues LVS mehr?

Die Hersteller bemühen sich, ihre LVS laufend weiterzuentwickeln. Bei den meisten Geräten werden Verbesserungen und die Beseitigung kleinerer Probleme mittels eines Software-Updates auf das vorhandene Gerät gespielt. Deswegen ist es sinnvoll, hier immer auf dem neuesten Stand zu sein. Wer sein LVS mittels einer App selbst updaten kann, ist hier klar im Vorteil.

Für manche Funktionen benötigt man dann aber auch eine neue Hardware, sprich ein neues Gerät. Folgende Merkmale unterscheiden die Topgeräte von den Allroundgeräten: Sie sind teurer, haben andere/zusätzliche Bauteile wie Sensoren, zusätzliche Bedienelemente und ein erweitertes Menü.

Wer z. B. ein Allroundgerät besitzt und zusätzlich eine Backup-/Standby-Funktion haben möchte, um bei einem Lawinenunfall als Schaufler sein Gerät nicht auf „AUS“, sondern in den speziellen „SEND“-Modus zu schalten, der wird sich das entsprechende Top-Gerät mit diesem Feature kaufen müssen.

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Eine “SECOND CHANCE” dank der persönlichen Notfallausrüstung

By PIEPS

Wie bei vielen Outdoor-Sportarten besteht auch beim Skitourengehen und Freeriden die Gefahr, in eine Notsituation zu geraten, sich zu verletzen oder sogar sein Leben zu verlieren.

Primär gilt es, solche Situationen vorab durch entsprechende Planung und vor allem durch verantwortungsbewusstes Verhalten im Gelände erst gar nicht entstehen zu lassen. Ein Unfall kann aber jedem passieren, der im Gebirge unterwegs ist. Auch bestens ausgebildete Experten oder Tourengeher, die sich sehr defensiv verhalten, können einmal Pech haben und zur falschen Zeit am falschen Ort sein.

Ist die entsprechende Ausrüstung mit dabei und wird diese auch in Stresssituationen richtig eingesetzt, können viele dieser Notsituationen glimpflich enden. Auch Lawinenverschüttete haben dann eine echte „Zweite Chance“.

1. Allgemeine Notfallausrüstung

Die Notfallausrüstung setzt sich aus der allgemeinen und der Lawinen-Standard-Notfallausrüstung zusammen.

Lawinenunfälle sind zum Glück selten und viele Tourengeher werden ein ganzes Leben lang nicht mit ihnen konfrontiert. Viel wahrscheinlicher sind allerdings Verletzungen durch Stürze und Kollisionen oder Festsitzen im Gelände aufgrund von schlechtem Wetter oder Orientierungsproblemen. In solchen Fällen hilft die allgemeine Notfallausrüstung, die auch im Sommer in jedem Rucksack mit dabei ist.

Die allgemeine Notfallausrüstung umfasst:

  • Mobiltelefon
  • Stirnlampe
  • Erste-Hilfe-Paket
  • Biwaksack

Je nach Situation und Vorlieben muss auch entschieden werden, ob jeder sämtliche Teile der Notfallausrüstung in seinem Rucksack mit dabei hat oder ob diese auf die einzelnen Gruppenmitglieder aufgeteilt werden.

Beides hat Vor- und Nachteile: Hat man seinen eigenen (1-Personen) Biwaksack und sein Erste-Hilfe-Paket dabei, dann ist das Material auch dann verfügbar, wenn man plötzlich „alleine dasteht“, z.B. weil man bei der Abfahrt falsch abgebogen ist oder alleine den Gipfelgrat geht, während die anderen am Skidepot warten. Teilt man ein grösseres Erste Hilfe-Pakete und die entsprechende Anzahl an (2-/3-Personen-) Biwaksäcken auf die Gruppenmitglieder auf, so haben einige weniger zu tragen (bzw. können dafür das Seil o.ä. einpacken).

Tipp: Vor Winterbeginn sollte man abgelaufenes Verbandsmaterial austauschen, neue Batterien in die Stirnlampe geben und checken, ob der Biwaksack auch nicht schimmelbefallen ist.

2. Standard-Lawinen-Notfallausrüstung

Zur Lawinen-Notfall-Ausrsüstung gehören das Lawinen-Verschütteten-Suchgeräte, die Lawinen-Schaufel und die Lawinen-Sonde.

Egal, ob auf Variante, Tour oder beim Freeriden – jedes Gruppenmitglied hat folgende Gegenstände am Körper (LVS) bzw. im Rucksack:

  • Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS)
  • Lawinen-Sonde
  • Lawinen-Schaufel

Auch hier gibt es Unterschiede: Welches LVS für wen ideal ist, erfährt ihr in dem Beitrag „Tipps für den Kauf eines LVS“. Auch punkto Sonde und Schaufel wird ein Bergführer – der damit auch regelmäßig Schneedeckenuntersuchungen durchführt – andere Modelle wählen als der Wochenendtourengeher, der diese Gegenstände nur im Notfall verwenden wird.

Info: Die Schaufel spielt nicht nur bei Lawinenverschüttungen eine Rolle, sie kommt auch beim Graben einer Notunterkunft für ein Biwak zum Einsatz.

3. Empfohlene persönliche Schutzausrüstung

Der Lawinen-Airbag gehört zur persönlichen Notfall-Ausrüstung

Die bisher erwähnte „Standardausrüstung“ greift erst, wenn bereits eine Notsituation eingetreten ist. Sie erhöht die eigenen Überlebenschancen (LVS), aber auch oder vor allem jene der verschütteten Tourenkollegen (LVS, Sonde, Schaufel).

Tipp: Es ist im eigenen Interesse darauf zu achten, dass deine Tourenpartner mit den modernen LVS, Schaufeln und Sonden ausgestattet sind und auch damit umgehen können – damit retten sie im Ernstfall dein Leben.

Organisationen, Verbände und Hersteller empfehlen zusätzlich folgende persönliche Schutzausrüstung, die den Trägern unter Umständen in Notsituationen helfen:

  • Helm
  • Lawinenairbag

Gerade in schneearmen Wintern oder im bewaldeten/felsigen Gelände schützt ein Helm den Kopf bei Stürzen und Kollisionen. Freerider werden sich hier für schwerere Modelle mit besten Schutzeigenschaften entscheiden, während Tourengeher auf das Gewicht und Volumen achten werden.

Tipp: Für Hochtouren und zum Skibergsteigen gibt es Skihelme, die auch die Norm als Bergsteigerhelm erfüllen.

Ein Lawinenairbag hat die Aufgabe, eine Verschüttung zu verhindern bzw. die Verschüttungstiefe so gering wie möglich zu halten. Im Idealfall fällt dadurch das Suchen, Sondieren und Ausgraben nach einem Lawinenabgang weg, da man sichtbar an der Oberfläche zu liegen kommt. Die Wirksamkeit eines Airbags ist gut dokumentiert und reduziert die Sterblichkeit bei einer Lawinenverschüttung (um elf Prozentpunkte von 22 Prozent auf elf Prozent; vgl. Haegeli et. al., 2014). Wie gut ein Airbag wirkt, hängt unter anderem vom Gelände ab und ob der Träger den Airbag rechtzeitig auslöst. Dieses Auslösen des Airbags muss trainiert werden – und hier punkten die elektrischen Airbagsysteme mit einem Gebläse: Nach dem Auslösen muss keine Kartusche ausgetauscht bzw. eingeschickt, sondern einfach nur der Akku aufgeladen werden.

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Tipps für den Kauf eines LVS

By PIEPS

Egal, ob man als Skitouren- oder Freeride-Einsteiger sein erstes Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS) kauft, die heranwachsenden Kids ausstatten möchte oder als alter Hase zum wiederholten Mal auf ein aktuelles Gerät wechseln möchte – immer stellt sich eine Frage: „Welches LVS soll ich mir kaufen?“ Diese Frage ist absolut berechtigt, gibt es aktuell doch sieben Hersteller, die insgesamt ca. 20 verschiedene LVS-Modelle anbieten.

 

Die Herausforderung liegt nun darin, das ideale LVS für sich zu finden, also muss die oben gestellte Frage korrekt lauten: „Welches aktuelle LVS erfüllt am besten meine Anforderungen?“

1. Grundsätzliche Anforderungen

Die Wünsche, Ansprüche und Voraussetzungen an ein neues LVS können unterschiedlich sein. Bevor wir jedoch darauf eingehen und uns einige Geräte-Details und -Features ansehen, etwas Grundsätzliches vorab: Egal, für welches Modell man sich entscheidet – und hier sind sich alle Hersteller, Organisationen und Verbände einig –, es sollte folgende zwei Mindestanforderungen erfüllen:

  • Es sollte sich um ein digitales 3-Antennen-Gerät handeln.
  • Das LVS sollte mit einer Markierfunktion ausgestattet sein.

Neben den aktuell erhältlichen Geräten erfüllen auch die meisten LVS der vergangenen Generation diese grundlegenden Anforderungen. Sollte man daher einen Gebrauchtkauf in Erwägung ziehen, sei der Vollständigkeit halber noch ergänzt:

  • Das LVS befindet sich noch innerhalb der angegebenen
    „Lebensdauer“.

Info: Wie lange man ein LVS verwenden kann, erfährt man in der Bedienungsanleitung bzw. auf der Homepage des Herstellers.

Hinzu kommt:
Lässt sich ein LVS nach einem Sturz o.ä. nicht mehr korrekt bedienen, fallen einem Risse oder Beschädigungen auf oder bekommt man entsprechende Fehlermeldungen beim Selbst- oder Gruppen-Check, dann sollte man das Gerät beim geringsten Zweifel sofort zur Überprüfung einsenden!

Tipp: Für seine LVS bietet PIEPS einen besonderen Geräteservice an, der standardmäßig drei und fünf Jahre nach Kaufdatum und danach jedes Jahr empfohlen wird. Dabei werden die Hard- und Software des Gerätes überprüft, upgedatet, das Gerät wird gereinigt und mit einem Serviceprotokoll retourniert. Dieses Service kostet € 35,- und kann jederzeit in Anspruch genommen werden.

2. Preis

Nachvollziehbarerweise ist der Kaufpreis für viele ein Entscheidungskriterium. Dementsprechend können LVS in drei Klassen eingeteilt werden:

  • Einsteigergeräte
  • Mittelklassegeräte
  • Topgeräte

Nicht nur der Preis, sondern auch Funktions- und Leistungsmerkmale steigen in dieser Auflistung, wobei die „Mittelklassegeräte“ für den Großteil der Skitourengeher und Freerider das beste Preis-Leistungsverhältnis bieten. Sie arbeiten in der Regel zuverlässig und sind darüber hinaus mit sämtlichen Funktionen ausgestattet, auf die es im Notfall ankommt. Wie bei anderen elektronischen Geräten steigt mit zunehmendem Funktionsumfang auch die Komplexität. Somit bringen erweiterte Features für Anwender nur etwas, wenn diese entsprechend trainiert sind und auch damit umgehen können. Ansonsten überfordern sie schnell bzw. werden ohnehin nicht verwendet. Dass einige User gerne solche Topgeräte kaufen, um sie auch etwas stolz herzuzeigen, ist ebenso nachvollziehbar und natürlich absolut okay.

In den letzten Jahren immer weniger geworden sind die kostengünstigen „Einsteigergeräte“. Zum einen, weil ihnen wichtig gewordene Features und Leistungsmerkmale wie die „Markierfunktion“ fehlten, zum anderen, weil man für wenige Euros mehr bereits die nächstbessere Geräteklasse bekommen konnte.

3. Größe und Gewicht

Beim Bergsteigen und Skitourengehen geht es immer mehr darum, die Ausrüstung möglichst klein und leicht zu halten – natürlich bei uneingeschränkter Funktionalität. Das betrifft insbesondere die Bekleidung, aber auch technische Produkte wie Gurte, Steigeisen, Ski usw. Deswegen gibt es auch besonders leichte und kleine LVS, die vor allem bei den Leichtgewichtsfreaks und Wettkämpferinnen gut ankommen. Ebenso haben einige Freerider gerne ein möglichst kompaktes Gerät, das bei Sprüngen kaum behindert und im Falle eines Sturzes möglichst wenig Impact auf Rippen & Co. verursacht. Daneben ist die Bereitschaft, beispielsweise bei einigen Pistentourengehern, ein LVS zu tragen größer, wenn dieses klein und leicht ist.

Weil Untersuchungen zeigen, dass bei den Skitourengehern vermutlich ca. ein Drittel und bei den Variantenfahrern ca. zwei Drittel ohne LVS bzw. Notfallausrüstung im freien Gelände unterwegs sind, ist ein Ziel ganz klar: möglichst viele Skifahrer und Snowboarder dazu zu bringen, ein LVS (sowie Sonde & Schaufel) zu verwenden. Insofern ist jedes moderne LVS besser als keines und wenn Gewicht und Größe – oder auch der Anschaffungspreis – dazu beitragen, in dieser Gruppe die modernen LVS stärker zu etablieren, dann ist das eine gute Sache.

4. Features und Leistungsmerkmale

Es muss klar sein, dass ein LVS eine Notfallausrüstung ist, die im Ernstfall einer Lawinenverschüttung das eigene Leben bzw. das seiner Tourenpartner retten kann. Für engagierte Tourengeher und Freerider, die ihr Hobby oder ihren Beruf regelmäßig ausüben, werden also andere Kriterien als Gewicht, Größe und Preis kaufentscheidend sein. Wie jeder Handwerker wünschen diese sich qualitativ hochwertige Werkzeuge, mit denen man gut und effizient arbeiten kann.

Dazu gehört zum Beispiel, dass sowohl das LVS als auch das Tragesystem auch mit Handschuhen und bei Kälte gut bedienbar sind und dass das LVS in Bezug auf gewisse Leistungsmerkmale den Wünschen und Anforderungen des Users entspricht. Und hier geht es durchaus auch um persönliche Vorlieben und Präferenzen, die oft individuell begründbar sind: So ist aufgrund von Empfehlungen und persönlichen Erfahrungen für den einen eine saubere, möglichst große Suchstreifenbreite wichtig, während die andere auf eine schnelle und klare Anzeige in der Feinsuche – also in der letzten Suchphase – Wert legt. Wer Rettungsorganisationen angehört, wird, anstatt sein Gerät als Schaufler auszuschalten, auf das Feature „Standby- oder Return-to-Send“ zurückgreifen (dabei bleibt das LVS im Senden-Modus, ist aber „stumm“, solange man sich bewegt, also nicht „verschüttet“ ist. Das funktioniert nur bei Geräten mit einem Bewegungssensor). Auf einen „Analog-Modus“ – also die Möglichkeit, das Signal nicht verarbeitet zu empfangen – wird man Wert legen, wenn man spezielle Suchtechniken beherrscht, die in manchen komplexen Situationen hilfreich sind; diese Anforderung haben aber in der Regel nur einige wenige hervorragend trainierte Profis.

Für jeden Nutzer hingegen interessant sind technische Möglichkeiten, mit vorhandenen Störsignalen umzugehen: Ich spreche jetzt nicht vom Handy, das ausgeschaltet oder weiter entfernt vom LVS getragen werden sollte, sondern zum Beispiel von Liftstützen und -kabeln im Variantenbereich – weil diese fix installiert sind.

Fazit: Zusammenfassend gilt es, sich vor einem Kauf klar zu werden, welche der genannten Punkte für einen persönlich wichtig sind, und sich dann auf der Homepage des Herstellers oder noch besser im Fachgeschäft seines Vertrauens ausführlich beraten zu lassen. Im Idealfall kann man diverse Veranstaltungen nutzen und mit den Geräten auch tatsächlich suchen, bevor man seine Entscheidung trifft.
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Wie trägt man sein Lawinen-Verschütteten-Suchgerät?

By PIEPS

Ein LVS (Lawinen-Verschütteten-Suchgerät), eine Schaufel und eine Sonde sind als Lawinen-Notfall-Ausrüstung Standard für alle, die sich im freien Gelände bewegen. Abseits des gesicherten Skiraums sollte jeder Wintersportler seine Lawinen-Schaufel und -Sonde im Rucksack mit dabeihaben und sein LVS am Körper tragen.

Für Schaufel und Sonde bietet jeder gute Winterrucksack ein schnell zugängliches Notfallfach mit eigenen Fächern für Sonde und Schaufelstiel und Platz für das Schaufelblatt. Im Notfall nach einer Lawinenverschüttung sind diese dann rasch bei der Hand und schnell zusammengebaut.

Das LVS muss nach der obligatorischen Funktionsüberprüfung (Selbst- und Gruppen-Check) im SEND-Modus direkt am Körper getragen werden. Dabei gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Trageweisen, die jeweils Vor- und Nachteile haben.

LVS im Tragesystem

Wir empfehlen– so wie die meisten anderen Hersteller und Organisationen auch – prinzipiell die Verwendung des mitgelieferten Tragesystems.

Jedes Tragesystem von PIEPS wird am Oberkörper schräg über die Schulter getragen und um den Bauch gesichert. Das LVS wird dann je nach Modell entweder in eine weiche Neoprentasche gesteckt oder in ein Hardcase (Kunststoffplatte) geklippt und je nach Modell zusätzlich mit einer Schnalle gesichert. Dabei schaut das Geräte-Display immer zum Körper und das LVS ist immer durch eine Sicherungsleine mit dem Tragesystem verbunden.

Je nach Körperform und Vorliebe kann die Trageposition des LVS durch Verstellen und Verschieben des Tragesystems angepasst werden.

Das Tragesystem muss immer unter mindestens einer Bekleidungsschicht getragen werden. Nur dann ist das LVS bei einem Sturz oder Lawinenabgang entsprechend gegen Beschädigung oder Verlust geschützt.

Damit sind wir bei den klaren Vorteilen dieser Tragweise im mitgelieferten Tragesystem:

  • Das LVS ist bestmöglich gegen Beschädigung/Verlust geschützt.
  • Diese Trageweise ist eindeutig und wird auch von Einsteigern verstanden und korrekt angewendet.
  • Das Tragesystem funktioniert unabhängig vom Gewand, d.h. es ist egal ob und welche Taschen z.B. die Tourenhose hat.
  • Im Ernstfall und im Stress eines Rettungseinsatzes befindet sich das LVS immer an der einen bekannten Stelle und kann vom Träger so intuitiv zur schnellst möglichen Rettung herausgenommen/verwendet werden – kein „Suchen“ in welcher Tasche sich nun das LVS befindet.
  • Bei dieser Standard-Tragweise ist das LVS nach dem Ausschaufeln für die Ersthelfer/Retter sofort lokalisierbar und kann schnellstmöglich ausgeschaltet werden, was für die Rettungstaktik relevant sein kann.
  • Erleichterung des Sondierens (Sondentreffer auf Torso leichter als Bein oder Arm)
  • Punktortung ist bereits in Kopfnähe und beschleunigt das Freilegen der Atemwege.

Wo Licht da auch Schatten und obwohl das Verstauen im Tragesystem die empfohlene, weil „sicherste“ Trageweise ist, müssen folgende Punkte bedacht werden:

  • Bei warmen Temperaturen v.a. im Frühjahr muss das LVS trotzdem unter einer Bekleidungsschicht liegen. Weil das Tragesystem aber nicht auf der Haut getragen werden kann, ist ein entsprechendes Bekleidungskonzept notwendig.
  • Bei kalten Temperaturen ist das Herausholen des LVS – z.B. für den Gruppencheck – unter mehreren dicken Bekleidungsschichten mit den Handschuhen oft unangenehm und aufwendig.
  • Wechselt man die Bekleidungsschichten kann es sein, dass man auch das Tragesystem aus- und wieder anziehen muss und dabei u.U. auch am LVS herummanipuliert. Gerade bei Einsteigern lohnt es sich deshalb nach einer (Gipfel-)Rast oder dem Einkehrschwung einen erneuten LVS-Check durchzuführen, um sicherzustellen, dass das Gerät immer noch im Send-Modus ist.
  • Die Sicherungsleine muss lang genug sein, um bei der Feinsuche mit dem Gerät bis zum Boden zu kommen. Bei den PIEPS-Tragesystemen ist dies konstruktionsbedingt problemlos möglich.
  • Andere elektronische Geräte bzw. Gegenstände aus Metall sollten im Send-Modus mindestens 20 cm vom LVS entfernet getragen werden, d.h. bei Verwendung des Tragesystems scheiden deshalb besondere Handy-Brustaschen etc. aus. DIES ist immer und bei jeder Trageweise zu berücksichtigen!

Die Vorteile beim Verstauen des LVS im mitgelieferten Tragesystem überwiegen und bieten für alle Skifahrer und Wintersportler die bestmögliche Sicherheit und Übersicht.

LVS in einer geprüften Bekleidungs­tasche

Wie andere Hersteller und die meisten alpinen Organisationen lässt PIEPS bei manchen seiner LVS-Geräte unter folgenden Voraussetzungen auch das Tragen in einer Bekleidungstasche zu:

  • In der Bedienungsanleitung des LVS ist angegeben, ob dieses Modell auch in einer Bekleidungstasche getragen werden kann.
  • Diese Bekleidungstasche muss nicht nur „innenliegend und mit einem Reißverschluss gesichert“ sein, sondern von PIEPS geprüft und für diese Nutzung freigegeben sein. Solche geprüften Bekleidungstaschen werden aktuell nur von Black Diamond in Touren-/Freeride-Hosen verbaut und sind dort entsprechend gekennzeichnet. Diese Taschen verfügen über ein entsprechendes LVS-Fach, welches das Gerät entsprechend schützt und fixiert.
  • Das LVS muss immer mit dem Display zum Körper getragen werden.
  • Das LVS muss mit der Sicherungsleine immer mit der Bekleidungstasche verbunden sein.

Die Vorteile dieser Trageweise ergeben sich aus den Betrachtungen zuvor, v.a. aber

  • ist das LVS für den Gruppencheck bzw. im Notfall immer schnell erreichbar.
  • bleibt diese Tasche die ganze Tour über verschlossen. d.h. am Gerät wird auch bei einem Bekleidungswechsel o.ä. nicht mehr herummanipuliert.
  • ist diese Trageweise für einige Anwender angenehmer als das Tragesystem um den Oberkörper.

Wem diese Benefits wichtig sind und wer deshalb überlegt sein LVS in einer solchen geprüften Bekleidungstasche zu tragen, der muss den Hauptnachteil in Kauf nehmen:

  • In einer Bekleidungstasche ist das LVS gegen Beschädigung bei einem Sturz oder bei einem Lawinenabgang weniger geschützt als im Tragesystem.
  • Zu allen elektronischen Geräten, sowie zu Metallen und Magneten sollte ein Mindestabstand eingehalten werden: 20 cm im SEND-Modus.

Fazit: Wer sich dazu entscheidet sein LVS in einer geprüften Bekleidungstasche zu verstauen, muss sich klar sein, dass es leichter beschädigt werden oder kaputt gehen kann als im Tragesystem.
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