Know-how

Meine Skitouren Packliste

By Peter Plattner

„Was sollte der Durchschnitts-Skitourengeher bei einer klassischen Tagestour dabeihaben?“

Diese Frage versuche ich in Form einer Packliste zu beantworten.

Was nehme ich auf Skitour mit? Im Rucksack befinden sich die (Lawinen-)Notfall-Ausrüstung, Bekleidung und Proviant.

1. Was trägt man am Körper?

Zugegeben, eine ungewohnte Frage, die aber Sinn ergibt. Denn man trägt einen Teil der Skitourenbekleidung und -ausrüstung immer am Körper. Der Rest wird im Rucksack verstaut mitgetragen, um bei der Abfahrt, bei wechselnden Wetterverhältnissen oder in besonderen Situationen herausgeholt zu werden.

Schuhe, Bindung, Ski, Stöcke & Felle bzw. Splitboard

Klar, dass es ohne diese Ausrüstungsgegenstände nicht geht, allerdings gehen wir an dieser Stelle nicht im Detail auf die einzelnen Komponenten ein. Nur eine kurze Bemerkung zum Schuh, dem wohl wichtigsten Ausrüstungsgegenstand – passt er nicht, dann macht der ganze Tourentag keine Freude …

Bekleidung

Funktionell und vielseitig, lautet hier das Motto, ergänzt durch den vielleicht wichtigsten Punkt: Man muss sich darin wohl fühlen! Letzteres gilt besonders für die erste Schicht, also die Funktionsunterwäsche, die direkt am Körper getragen wird. Womit wir schon beim bewährten Schichtsystem wären:

  1. Schicht: Funktionsunterwäsche aus Synthetik oder Merinowolle
  2. Schicht: Softshell, also wind- und wasserabweisende Jacke und Hose
  3. Schicht: winddichte und/oder wärmende Jacke, die man während des Aufstiegs meistens im Rucksack verstaut hat und die nur bei widrigen Verhältnissen und bei der Abfahrt angezogen wird.

Zur Bekleidung gehören auch Handschuhe, Kopfbedeckung und Sonnenbrille für den Aufstieg dazu. Auch hier gilt, je nach Wärme-/Kälteempfinden mehr oder weniger warme Modelle zu wählen und bei der Sonnenbrille keine Kompromisse einzugehen.

Tatsächlich auch am Körper getragen wird – spätestens bei beginnenden Frühjahrsverhältnissen – auch der Sonnenschutz für die Haut, also eine Sonnencreme mit SF 50 für das Gesicht.

Griffbereit

Einige Ausrüstungsgegenstände werden so verstaut, dass sie während der ganzen Tour griffbereit sind:

  • Das Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS) wird im Tragesystem (immer) unter der äußersten Schicht bzw. in einer gesicherten speziellen Hosentasche getragen.
  • Mindestens 20 cm davon entfernt (also auf der anderen Körperseite) ist das Mobiltelefon, eventuell zusätzlich in einer „wärmenden“ Schutzhülle“ in einer Brusttasche verstaut. Es ist damit für die Orientierung bzw. das Absetzen eines Notrufs griffbereit.
  • Sonnencreme/Lippenschutz, Skifix, Verpflegung (Riegel, Gel, Trockenfleisch/-banane …) und eventuell auch eine kleine Trinkflasche oder ein Trinklbeutel können ebenso in den Taschen bzw. am Rucksack jederzeit zugänglich verstaut werden.

Rucksack

Für die meisten wird für eine Tages-Skitour ein Volumen von +/- 30 Liter ideal sein. Skitourenrucksäcke haben einige spezielle Features wie Notfallfach für Sonde und Schaufel, eine Skibefestigungsmöglichkeit und eventuell einen integrierten Lawinen-Airbag.

2. Was befindet sich im Rucksack?

 

Notfallausrüstung

Wie im Beitrag über die allgemeine Notfall-Ausrüstung beschrieben, gehören neben dem Mobiltelefon folgende Dinge zur sogenannten allgemeinen Notfallausrüstung, die das ganze Jahr über am Berg mit dabei ist:

  • Stirnlampe, die im Winter definitiv heller sein sollte, damit man mit ihr auch genügend Licht für die Abfahrt mit Skiern hat.
  • Erste Hilfe-Paket, das eventuell mit einem Wärmepack ergänzt wird
  • Biwaksack, der im Winter nicht nur für Notbiwaks, sondern auch einmal für eine Pause bei stürmischen Verhältnissen eingesetzt wird; dementsprechend funktionale und stabile Modelle wählen.

Dazu kommt noch die spezielle Notfallausrüstung im Falle einer Lawinenverschüttung, die neben dem LVS folgende Gegenstände umfasst:

  • Lawinen-Sonde, mit einer Länge von mind. 240 cm
  • Lawinen-Schaufel, aus stabilem Alu mit einem Teleskopstiel und 90-Grad-Hackfunktion

Neben dieser Standardausrüstung kann man als persönliche Schutzausrüstung neben dem Airbag-Rucksack auch noch einen Wintersporthelm mitnehmen, der beim Aufstieg in der entsprechenden Helmbefestigung am Rucksack verstaut wird.

Ein kleines Reparaturset für abgehende Felle, ausgerissene Bindungsschrauben usw. kann unter Umständen helfen, eine Notsituation zu verhindern. Darin befinden sich z.B. auch ein Multitool und ein Universalwachs-Block. Da das Smartphone auch zum Navigieren verwendet wird, ist es sinnvoll, einen kleinen, leistungsstarken Akkupack mit Ladekabel mitzunehmen, um immer genügend Energie zum Telefonieren zu haben auch einige Stirnlampenmodelle können übrigens damit geladen werden.

 

Zusätzliche Bekleidung

Für die Abfahrt, zum Wechseln oder wenn es saukalt und windig ist, haben sich Daunenjacken oder Kunstfaser Isolationsjacken bewährt, die ein etwas robusteres Außenmaterial haben. Auch wer lieber mit einem Anorak abfährt, dem sei eine zusätzliche wärmende Schicht aus Daune (unschlagbar im Gewichts-/Wärme-Verhältnis) empfohlen. Verletzt sich jemand kann damit der Patient zusätzlich zum Biwaksack oder der Rettungsdecke, warmgehalten werden bis die Rettungskräfte eintreffen.

Eine wärmere Mütze (bzw. Helm) und dickere Handschuhe werden ebenso wie eine Skibrille für die Abfahrt mitgenommen. Je nachdem, wie stark man schwitzt oder wie schnell man im Aufstieg unterwegs ist, wird auch ein T-Shirt zum Wechseln sinnvoll sein.

 

Proviant

Je nach den persönlichen Vorlieben wird man mehr oder weniger zum Essen und Trinken einpacken, was aber auch abhängig von der Länge der Tour und von Einkehrmöglichkeiten ist.

Wichtig ist es, genügend zum Trinken dabei zu haben, wobei sich bei entsprechender Flüssigkeitszufuhr vor der Tour eine 1-Liter-Thermosflasche als ideal herausgestellt hat. Zum Essen brauchen manche auf Tagestouren gar nichts, einige besonders viel und so muss jeder selbst entscheiden was mitkommt. Wichtig ist darauf zu achten, dass der Proviant auch schmeckt und vertragen wird. Auf alle Fälle sollten aber immer ein, zwei Energieriegel mit dabei sein.

 

Sonstiges

Je nach Exponiertheit, Bekanntheit der Tour usw. kann es sinnvoll sein, zusätzlich zum Smartphone eine topografische Karte, einen Sat-Messenger oder Ähnliches mitzunehmen. Aber das unterscheidet sich situativ und wird an anderer Stelle behandelt.

 

 

Tipp: Ein griffbereites Blasenpflaster, etwas Klopapier oder das Energie-Gel für den Gipfelhang haben schon dazu beigetragen, sich auf einer Tour Freunde fürs Leben zu machen …

Das könnte dir auch gefallen