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Dachstein XTREME 2009
Ein würdiges Weltcup und ASTC-Finalrennen
Text: Anna Spielbüchler

Über Schneemangel konnte man heuer nirgendwo klagen, was es in manchen Jahren zu wenig von der weißen Pracht gab, fiel dieses Jahr an vielen Orten zu viel davon vom Himmel. Auch der Dachstein Xtreme, heuer wieder ein Weltcup Bewerb, wäre dem schlechten Wetter mit der großen Niederschlagsmenge beinahe zum Opfer gefallen, wär nicht das Organisationsteam rund um das Rennen derart flexibel gewesen, den Bewerb, welcher ursprünglich wie seit jeher oben am Dachstein Gletscher stattgefunden hätte, nach unten auf das Ramsauer Plateau zu verlegen. Erst am Mittwoch war die Entscheidung fix, dass die Strecke verlegt werden müsse. Der Meteorologe Klaus Reingruber hatte in den Tagen zuvor die exakte Wetterentwicklung für die Gegend um den Dachstein beobachtet, die Schlechtwetterperioden genau vorhergesagt und auch just für den Renntag am Samstag schönes Wetter prognostiziert. Fakt für das Organisationsteam war somit, dass es für unmöglich war, das Rennen oben auf der geplanten Strecke vorzubereiten, aufgrund der großen Schneemenge (rund zwei Meter während der Schlechtwetterperiode der letzten Tage) und der damit verbundenen großen Lawinengefahr. Die beiden Bergführer, der Ramsauer Hans Prugger und der Gosauer Hans Gapp und ihr Team zauberten mit viel Einsatz aber kurzerhand eine Strecke am Ramsauer Plateau herbei, die keineswegs nur als Ausweichstrecke zu betrachten war. Der Start und das Ziel wurden anstatt der Bergstation der Dachstein-Seilbahn zum Hotel Türlwand verlegt, die Athleten hatten zwei Rundparcours um diesen Bereich zu bewältigen. Ein Großteil der gesamten Strecke war von den Zuschauern bei der Türlwand und der Dachstein Seilbahn Talstation aus einsehbar. Und recht hatte auch unser Meteorologe Klaus Reingruber: so schlecht das Wetter auch in den Vortagen war, am Renntag selber erwartete jeden, der sich auf den Weg zum Bewerb machte, ab Ramsau strahlender Sonnenschein und wolkenloser Himmel in der tief verschneiten Bergwelt. Besser hätte es nicht sein können.

Eigentlich hat ja der Dachstein Xtreme den Ruf als das härteste Tourenski-Rennen der Ostalpen, durch die Überschreitung des rund 3000 Meter hohen Dachstein Gipfels. Durch die Streckverlegung wurde zwar die Schwierigkeit des Bewerbes ein wenig gemindert, trotzdem waren auf der Lang-Distanz noch immer 1650 Höhenmeter und auf der Kurz-Distanz 1150 Höhenmeter, mit zahlreichen Wechseln und einer Tragepassage, zu überwinden. Über 180 Athleten und Athletinnen aus 16 Nationen stellten sich der Herausforderung, denn der Dachstein Xtreme wurde heuer immerhin wieder als Weltcup Rennen ausgetragen (Finale Weltcup Single). Der neue Verlauf am Fuße der mächtigen Dachstein-Südwand erwies sich aber als eine durchaus würdige Weltcupstrecke und wurde von den Teilnehmern sehr positiv bewertet.

Das Highlight stellte die letzte waghalsige Abfahrt der Athleten dar, bevor sie das Ziel bei der Türlwand erreichten und so mancher Positionskampf entschied sich in diesen letzen Metern. Nach einer Gesamtlaufzeit von 1:37:51 entschied der Südtiroler Manfred Reichegger mit nur einer Sekunde Vorsprung das Rennen für sich, vor seinem italienischen Teamkollegen Dennis Trento, der durch einen Sturz vor der Zieleinfahrt den Sieg vergab. Der dritte Gesamtrang mit nur 50 Sekunden Rückstand ging an den Franzosen Yannick Buffet. Hervorragend auch die Leistungen der österreichischen Nationalmannschaft bei ihrem Heimrennen. Der amtierende österreichische Meister Alexander Lugger erreichte als Gesamt 10. das Ziel, gefolgt von Alexander Fasser (Tirol) an 13. Stelle und Markus Stock (Salzburg) auf Rang 17. „Ich bin mit diesem Ergebnis mehr als zufrieden bei dieser großen internationalen Konkurrenz. Ein hervorragendes Weltcup Rennen, welches die Organisatoren hier veranstaltet haben“, so der Kärntner Alex Lugger. Für Lugger, dessen Stärke eigentlich hochalpine, technisch schwierige Rennen wären, stellte der neue Streckenverlauf sicher einen Nachteil dar, aber unsere Österreicher können bei einem international derart stark besetzten Feld durchaus stolz auf ihre Leistungen sein.

Bei den Damen entschied die Favoritin aus Frankreich, Laetitia Roux, das Rennen für sich, hinten nach zwei Italienischen Damen, Roberta Pedranzini und Francesca Martinelli. An 5. Stelle bereits die Ramsauerin und Lokalmatadorin Lydia Prugger. Lydia war zu Beginn des Rennes vom Pech verfolgt: Direkt beim Start verlor sie beide Ski. „Michi und Vroni waren für mich somit mal gleich weg und außer Reichweite, ab dem zweiten Aufstieg und der zweiten Abfahrt lief es dann aber wieder derart gut für mich, dass ich beide schnell überholen konnte und nun letztlich sehr zufrieden über mein Ergebnis bin“, so Lydia Prugger. Auch eine Goldmedaille blieb in österreichischer Hand: Michaela Essl aus Abtenau, gewann unangefochten dieses Weltcup Rennen in ihrer Altersklasse (Espoir) der Weltcup Wertung. Ihre stärkste Konkurrentin Mireia Miro Varela verletzte sich während des Aufwärmens.

Aber nicht nur Weltcup Teilnehmer waren beim internationalen Bewerb auf österreichischem Boden mit dabei. In der offenen Klasse starteten rund 80 Teilnehmer, darunter natürlich viele Steirer bei ihrem Heimrennen.
Mit dabei beim Dachstein Xtreme war auch Prominenz aus andern Sportarten: der Topathlet aus der Radsportszene, Gerrit Glomser und die Judokerin Sabrina Filzmoser nahmen am Bewerb teil.

Erstmals hat man in Österreich auch Dopingkontrollen nach dem Rennen durchgeführt, was zeigt, dass sich unsere Sportart zunehmend professionalisiert und Probleme, welche in den anderen Ausdauersportarten laufend ans Tageslicht geraten, ernst nimmt.

Passend für ein Weltcup Rennen war auch die Siegerehrung, welche durch das strahlend schöne Wetter mit frühlingshaft warmen Temperaturen im Freien abgehalten werden konnte. Die Besten der Besten wurden geehrt, denn schließlich stellte der Dachstein Xtreme ja das Finale einer Weltcup Wertung dar.

Der Dachstein Xtreme, das letzte nationale Rennen erwies sich als würdiger Abschlussbewerb der internationalen Weltcupserie der ISMF, wobei Österreich zeigte, dass es im Skibergsteigen ohne weiteres mit den Top Nationen der Skibergsteigszene mitmischen kann, sowohl mit seinen Athleten, als auch mit seinen Bewerben.


Ohne Unterstützung wär es aber nie so gut gegangen…
Ohne der Kooperation der gesamten Partner des Dachstein Xtreme wäre ein derart großer Bewerb nie in dieser Form möglich gewesen. Ein großer Dank geht hier an den Tourismusverband Schladming-Rohrmoos, welcher die gesamte Arbeit der Unterkunfts-Buchung übernommen hat, was bei den vielen Teilnehmern aus allen Nationen eine sehr große Menge gewesen ist, uns aber genauso im Zuge des gesamten Anmeldverfahrens in Schladming in der Hohenhaus Tenne unterstützt hat. An die Planai Bahnen Schladming, welche uns ursprünglich die Fahrt auf den Gletscher ermöglich hätten, nun uns aber genauso herunter auf dem Ramsauer Plateau unterstützten und uns auch während und nach dem Rennen mit ihren Maschinen und ihrer Technik zur Verfügung standen. Aber auch an den Tourismusverband Ramsau, welcher es uns wirklich in letzter Minute ermöglichte, das Rennen in ihrem Gebiet stattfinden zu lassen. Den letzten professionellen Touch gaben dem Rennen noch die zahlreichen Sponsoren. Darunter der Mobilfunkanbieter Drei, welcher auch die Pasta-Party in der Hohenhaus Tenne Schladming veranstaltetet. Zuvor hatten die Athleten noch die Möglichkeit in der Red Bull Lounge in der Tenne bei der Akkreditierung zu entspannen. Einen Dank auch an Bergans, mit dieser Outdoorbekleidung war das Organisationsteam stets bei jedem Wetter gut ausgerüstet. Und natürlich auch ein Dank an alle Sponsoren für die Sachpreise bei der Siegerehrung, denn nur selten sieht man nach einem Rennen derart hochwertige Produkte, welche an die Athleten gehen.

Ein großer Dank geht aber natürlich an alle Mitarbeiter des Dachstein Xtreme, denn wenn sich nicht jeder im Vorfeld derart eingesetzt hätte, wäre ein Rennen dieser Größe nie so professionell abwickelbar gewesen, vor allem auch durch die kurzfristige Verlegung im Vorfeld.

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