VERFÜGBAR FÜR

  • PIEPS DSP PRO (ab Version v1.4/Jänner 2014)
  • PIEPS DSP PRO ICE (ab Version v3.0/Oktober 2015)
  • PIEPS DSP SPORT (ab Version v3.0/Oktober 2015)

AUTOMATISCHES UMSCHALTEN VON SEARCH TO SEND

Auto-Revert Search-to-Send“, nachfolgend kurz „AR“ genannt, ist eine in LVS-Geräten integrierte Zusatzfunktion mit folgendem Ziel: Wird eine Person, deren LVS-Gerät sich im SEARCH-Modus befindet, von einer Lawine erfasst und verschüttet, so schaltet das LVS-Gerät automatisch von SEARCH auf SEND.

 

Ursprünglich nur zeitgesteuert, erfolgt mittlerweile die technische Umsetzung bei modernen LVS-Geräten zeit- und bewegungsgesteuert. Das heißt, ein Umschalten erfolgt nach einer festgelegten Zeit sofern das Pieps nicht bewegt wird.

 

Das automatische Umschalten wird durch einen mehr oder weniger signifikanten Warnton angekündigt. In dieser Phase kann das Umschalten manuell entweder durch aktiven Tastendruck oder bewusste Bewegung abgebrochen werden, um den SEARCH-Modus beizubehalten.

 

PIEPS AR DISPLAY-ANZEIGE

Ist AR auf Ihrem PIEPS DSP PRO / PIEPS DSP PRO ICE / PIEPS DSP SPORT aktiviert, so wird dies im SEND-Modus am Display angezeigt: Die Anzeige „SEND“ wechselt permanent mit der Anzeige „AR“.

 

FUNKTIONALITÄT BEI PIEPS DSP PRO UND PIEPS DSP PRO ICE

Die AR-Funktion wird nicht ausgelöst, solange Sie sich mit Ihrem PIEPS DSP PRO / PIEPS DSP PRO ICE in Bewegung befinden.

FUNKTIONALITÄT BEI PIEPS DSP SPORT

Die AR-Funktion wird beim PIEPS DSP SPORT nach 3:30 Minuten ausgelöst. Eine Ausnahme tritt ein, wenn Sie sich bereits in der Feinsuche zu einem Sender, also im Nahbereich < 6m, befinden. Das PIEPS DSP SPORT erkennt die Situation – die AR-Funktion wird hier nicht ausgelöst.  

MANUELLER ABBRUCH

Während der Warnphase kann die AR-Initialisierung manuell wie folgt unterbrochen werden:

PIEPS DSP PRO / PIEPS DSP PRO ICE: durch kurzes Schütteln des Gerätes oder durch Drücken der Taste MARK
DSP SPORT: durch Drücken der Taste MARK

Nach dem Umschalten kann der AR-SEND-Modus nicht mehr manuell unterbrochen werden – Ihr PIEPS DSP PRO / PIEPS DSP PRO ICE / PIEPS DSP SPORT sendet dann permanent inklusive Warnton bis es entweder ausgeschaltet wird (OFF) oder manuell auf SEND geschalten wird.

PIEPS MEINUNG

Hauptsächlich dient die AR-Funktion Profi-Rettern, die sich bei Lawineneinsätzen einem erhöhten Risiko aussetzen müssen. Nicht immer ist der Einsatzort als sicher zu bewerten, wenn benachbarte Hänge noch nicht entladen sind bzw. der aktuelle Lawinenhang erneut mit Schneemassen aufgefüllt ist und mit eventuellen „Nachlawinen“ zu rechnen ist.

 

Die AR-Funktion kann im selten auftretenden Fall einer „Nachlawine“ helfen, Leben zu retten, führt aber belegbar häufig zu großen Problemen bei Such-Operationen (Training oder Praxis-Einsatz):

 

  • AR ist nutzlos, wenn dem Retter das Gerät bei der Erfassung durch eine Lawine entrissen wird – es beginnt dann fernab des verschütteten Retters zu senden! Geräteverlustsicherungen müssen lt. Norm nicht mehr als 5kg halten.
  • Lange Umschaltzeiten! Nichtverschüttete Retter müssen je nach LVS-Gerätemodell und gewählter Voreinstellung bis zu 8min (!) warten, bis die AR-Funktion des Verschütteten ein Sendesignal ausgibt.
  • Plötzlich auftretende Störsender am Lawinenkegel sind leider die Regel! Auch LVS-Geräte mit bewegungsgesteuerter AR-Funktion beginnen zu senden, wenn sie in Ruhe sind (z.B. versehentliches Ablegen im Schnee beim Ausschaufeln).
  • Verwirrung des Retters durch Warnsignale des Gerätes! Spezifisches Training mit exakt dieser Situation ist notwendig, um im Ernstfall die Warnphase richtig interpretieren zu können und um effektives Handeln zu gewährleisten.
  • Nicht-Wahrnehmen des Warnsignals! Z.B. durch mangelnde Vertrautheit mit der Funktion oder schlicht durch laute Hintergrundgeräusche wie der Rotorlärm eines Helikopters.

PIEPS SICHERHEITSTIPP

Mit der Integration von „Auto-Revert Search-to-Send“ im PIEPS DSP PRO hat PIEPS auf oben beschriebene Problematiken reagiert und stellt nun eine AR-Funktion zur Verfügung, die sich durch eine lange Warnphase und eine rasche Umschaltzeit von anderen unterscheidet.

Ebenso wurde das PIEPS DSP (2003-2013) nie mit der AR-Funktion aufgerüstet, obwohl es software-technisch ein Leichtes gewesen wäre. PIEPS suchte nach einer 100%-Lösung und entwickelte letztendlich mit dem PIEPS BACKUP einen Mini-Sender, der allen Ansprüchen einer Backup-Funktion gerecht wird. Profi-Organisationen wie die Flugrettung des ÖAMTC in Österreich oder die REGA-Flugrettung in der Schweiz verwenden den PIEPS BACKUP und haben die AR-Funktion ihrer LVS-Geräte deaktiviert!

Jede Auto-Revert-Funktion Search-to-Send bietet im Fall einer „Nachlawine“ nur eingeschränkten Schutz! Vollständigen Schutz gewährleistet ausschließlich der PIEPS BACKUP.

Der BACKUP-Sender ist ein elementares Teil der persönlichen Schutzausrüstung für jeden Retter! Dieser wird unabhängig vom LVS-Gerät sicher verstaut getragen. Ist die Situation beim Eintreffen am Notfallort noch unklar (Normalfall), wird eine Verschütteten-Suche mit dem BACKUP-Sender auf keinen Fall durch eingeschaltete, aktive Sender der Retter gestört (der BACKUP ist eingeschaltet, bei Bewegung jedoch im Standby-Modus). Der BACKUP-Sender + ein modernes LVS-Gerät ist die derzeit einzige professionelle Lösung. Die Verwendung eines LVS mit integrierter AR stellt eine Alternative dar, ist jedoch keine zu empfehlende 100% Lösung. NUR ein Sender, der direkt am Körper getragen wird, ist ein verlässlicher Sender!

 



Zitat: Helmut Mittermayr, ÖAMTC-Flugretter & Notfallsanitäter, UIAGM Berg- und Skiführer. Mitglied im Ausbildungsteam der Österreichischen Bergführerausbildung