„Active women diary” | Print |
Die Fortsetzung – TEIL 3

 

   
Teil 3, Girdwood – Anchorage – Whitehorse

Unglaubliche Eindrücke. Unglaubliche Begegnungen. Unglaubliche Gedanken. Nun sitzen wir wieder hier, in unserem treuen rollenden Zuhause. Es sind nur noch wenige Meilen bis zu unserem Ausgangspunkt – Whitehorse – diesem kleinen Ort in Kanada, an den wir die letzten drei Wochen überhaupt nicht denken wollten. Wir halten eine Flasche Alaskan Amber in der Hand und lassen die Gedanken kreisen.

Gut eine Woche ist es nun her. Wir stehen am Heck der Autofähre und blicken auf die majestätischen Berge von Valdez zurück. Voller Erwartung steuern wir auf dem Alaska Marine Highway weiter Richtung Girdwood. Und damit meinen wir steuern, denn die Crew gibt für einen Moment das Ruder aus der Hand und uns somit die Möglichkeit, die Fähre selber zu lenken!

Nach der sechsstündigen Überfahrt sind wir auch schon im größten Skigebiet Alaskas angelangt, dem Alyeska Skiresort in Girdwood. Mit den nur neun Liften kann es mit dem europäischen Standard nicht mithalten, doch die einzigartige Lage direkt am Meer ist einen Besuch allemal wert.

Was uns jetzt allerdings mehr reizt, sind die tollen Möglichkeiten für Skitouren rund um Anchorage. Wir tauschen die Lifte wieder gegen unsere Felle bzw. Schneeschuhe ein und erkunden die Berge am Turnagain Pass (bei Girdwood) und Hatcher Pass (bei Palmer) mit eigener Muskelkraft. Dabei wird uns bewusst, dass wir bei der Stille und Einsamkeit des Tourengehens die Landschaft viel intensiver erleben und genießen können. Eine Abfahrt, die man sich mühselig Schritt für Schritt erarbeitet, schätzt man noch viel mehr - durch unsere Freudenschreie bei der Abfahrt hätten wir beinahe die Grizzly-Bären aus ihrem Winterschlaf gerissen.
Man sollte die Naturgewalten allerdings nie unterschätzen, denn die Schönheit der Berge ist auch in Alaska oft tückisch. Eine gute Ausrüstung und richtiges Verhalten ist immer ein absolutes Muss im freien Gelände.

Schließlich wollen wir es uns auch nicht entgehen lassen, Anchorage zu besichtigen, die Küstenstadt, in der mit rund 275.000 Einwohnern fast die Hälfte aller Alaskaner lebt. Leider hat die Stadt außer unzähligen Souvenir-Shops und Fastfood-Restaurants nicht sehr viel zu bieten. Wir sind erschrocken, dass die Abgrenzung der Ureinwohner doch so präsent ist. Gerade wollen wir unsere Fahrt fortsetzen, als uns plötzlich unerwartet ein Elch vor der Nase steht – und das mitten in Anchorage! Hätten wir gewusst, dass Elche Stadttiere sind, wären die langen Fahrten durch die Wälder nun wirklich nicht nötig gewesen.

Somit können wir unsere „Things-to-do-and-to-see-in-Alaska“-Liste nun endlich komplettieren und entspannt zurück nach Whitehorse holpern. Wir runden die Reise mit einer letzten Skitour am Mount Sima ab, dort wo wir unsere Bretter vor gut vier Wochen zum ersten Mal ausgepackt haben. Es ist einiges passiert in der Zeit und nicht nur die Bretter haben prägende Kerben davongetragen. Bei jedem von uns hat dieses riesige Land und deren Bewohner bleibende Eindrücke hinterlassen.

Was für uns das Besondere einer solchen Reise nur mit Mädels in einem Wohnmobil war? Ganz klar: jede Menge Gaudi, Ben & Jerry´s Eiscreme-Vernichtungs-Parties, mit einem leeren Geldbeutel in eine Bar gehen und trotzdem voll wieder heraus spazieren, immer ein freies Plätzchen auf dem Rücksitz eines alaskanischen Snowmachiners, gemütliche Häkelstunden, haufenweise frisch gefischter Lachs – serviert von Naturburschen im Holzfällerhemd, ein liebevoll dekoriertes Wohnmobil, zu enge Hosen wegen zu häufiger Ben & Jerry´s Eiscreme-Vernichtungs-Parties aber trotzdem glücklich sein, gemeinsam diese große Herausforderung zu meistern und einfach so sein, wie man ist.

Alaska, wir kommen wieder! Right on!

An dieser Stelle ein großes Dankeschön für die sehr gute Ausrüstung, die wir von ABS, Pieps, Stubai Bergsport, Komperdell und Maloja zur Verfügung gestellt bekommen haben.



Christl, Tina, Conny und Michi