„Active women diary” | Print |
Vier Mädels unterwegs in Alaska, 4 Wochen Powder vom Feinsten, ausgestattet mit dem PIEPS-Sicherheitssystem. Ob sie die 45° Hänge in Valdez bewältigen und immer rechtzeitig eine Tankstelle finden, all dies lesen Sie hier in unserem Onlinetagebuch...

 

   
Teil 1, München – Whitehorse – Valdez

Riesige Schneeflocken. In einem riesigen Land. Wir sind endlich angekommen, am Ziel unserer Träume. Valdez – das Paradies für Freerider.

Schon der Weg hierher ist ein Abenteuer für sich. In einem sieben Meter langen Wohnmobil – geschmückt mit tibetischen Gebetsfahnen und Robert, dem Häkel-Eisbär – das im Winter nicht funktionsfähige Bad kurzerhand als Skiraum umfunktioniert starten wir von Whitehorse aus auf dem Panamericana-Alaska-Highway in Richtung Norden. Freiheit pur, denken wir und schon stecken wir im Schnee fest. Doch es sollte nicht das letzte Mal sein, dass wir auf die netten Kanadier angewiesen sind.

Bevor wir das Land der Alaskaner erreichen, wollen wir unbedingt auch den kanadischen Powder testen. Ein kaputter Lift hält uns deshalb nicht davon ab, mit Schneeschuhen und Fellen auf den Mt. Sima zu gehen. Zur Belohnung bekommen wir eine Panorama-Tiefschnee-Abfahrt. Unser Equipment erweist sich als absolut Alaska tauglich, unserem Trip in die High Mountains steht also nichts mehr im Wege.

Es ist einfach unglaublich. Wir fahren hunderte von Meilen auf dem Highway, keine Menschenseele, eine unendliche Stille, grenzenlose Weite aus Bergen, gefrorenen Seen und bizarren Bäumen. Spätabends erreichen wir endlich die kanadisch-amerikanische Grenzstation. Von dem befürchteten amerikanischen Sicherheitswahn keine Spur – es wird eine sehr nette und lustige Begegnung mit den beiden Beamte an der Grenze: vier europäische Mädels mitten im Winter unterwegs in einem Wohnmobil – schon eher ein seltenes Bild für die Beiden! Deren Tipps für unseren weiteren Weg: 1. Sobald die Straßen schneebedeckt sind, Ski anschnallen und vom Wohnmobil ziehen lassen. 2. Auf Caribous achten und daher nicht zu schnell fahren: “Maybe the Speedlimit, but just maybe.“ 

Unser erster Morgen auf alaskanischem Boden: Nach einem Frühstück mit einem einmaligen Ausblick mitten im Nichts, wollen wir schließlich die letzte Etappe nach Valdez in Angriff nehmen. Dummerweise hindert uns die völlig leere Autobatterie daran. Eigentlich wäre es nicht wirklich nötig gewesen den Schnee über Nacht zu beleuchten. Glück im Unglück unsere Starthilfe in Form eines netten Alaskaners kommt schnell vorbeigefahren.

Die Meilen nach Valdez werden immer weniger, der Schnee am Straßenrand dafür umso mehr. Der Winter ist zurückgekehrt und wir sind mittendrin. Vom Thompson Pass aus geht’s nun nur noch ca. 700 Höhenmeter bergab in den kleinen Ort Valdez, direkt am Golf von Alaska.
Drei einheimische Kerle zeigen uns die besten Backcountry-Abfahrten den Pass herunter. Da das so viel Spaß macht, wollen wir mehr und noch mal durch den tiefen Schnee cruisen. Kurzerhand funktionieren wir unser Mobile Home zum Skilift um und düsen noch mal auf die Passhöhe hinauf. Für unsere Guides Marc, Jeremy und Billy scheint dies der perfekte Ort zu sein – die Powder-Hänge rund um Valdez, immer auf der Suche nach dem perfekten Schwung.

Riesige Schneeflocken. In einem riesigen Land. Ein riesiges Abenteuer. Es schneit und schneit und wir können es kaum glauben, dass es soviel Schnee überhaupt geben kann. Eines ist uns jetzt schon klar: diese Reise wird ein unvergessliches Erlebnis werden. Voller Spannung und Vorfreude warten wir in unserem mobilen Häuschen oder begnügen uns vorerst mit den Schlechtwetter-Varianten. Kaum auszudenken, wenn der Himmel endlich aufzieht und der ganze frische Powder auf den gigantischen Hängen auf uns wartet …

Fortsetzung folgt! Christl, Tina, Conny und Michi